Erstmals ist ein katholischer Priester von einen Gericht in Argentinien für die schrecklichen Taten während der Militärdiktatur zur lebenslanger Haft verurteilt worden.
Dem ehemaligen Polizeikaplan Christian von Wernich wurde von der Anklage des Gerichtes in La Plata Morde, Folterungen und Entführungen vorgeworfen. Von Wernich plädierte auf unschuldig, das Gericht verurteilte ihm jedoch in allen Anklagepunkten für schuldig. Der Priester ist damit seit der Aufarbeitung des Terroregimes der erste Geistliche, der wegen seiner Zusammenarbeit mit dem Regime zur Rechenschaft gezogen wurde. Der ehemalige Kaplan hatte in zahlreichen Verhören mit Regimekritikern Informationen bekommen und sie später an die Militärführung weitergegeben. Er selbst habe bei den Befragungen stets bekräftigt, dass diese Informationen zwischen Priester und Insasse vertraulich seien und der Schweigepflicht unterliege. Daneben habe der Verurteilte auch an Handlungen teilgenommen, die eindeutig als menschenrechtswidrig angesehen werden. Die Verteidigung dementierte dies wiederholt.
Mit diesem Urteil wird die Rolle der katholischen Kirche während des Terrorregimes von 1976 bis 1983 erneut kritisch hinterfragt. Mehrfach haben sich Opfer und Verbände für eine intensivere Untersuchung der Vorgänge mit katholischen Priestern stark gemacht. Die Kirche selber lehnte dazu jegliche Stellungnahme ab, man sei über die Taten während dieser Zeit sehr schockiert gewesen, so ein Sprecher der Kirche am Mittwoch in La Plata.
Während der Militärdiktatur unter Jorge Rafael Videla starben nach Angaben von Opferverbänden über 30 000 Menschen. Viele Morde wurden bis heute nicht aufgedeckt.
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